Drei Anwender zeigen, was aus Prozessdaten wird, wenn man sie zusammenführt: ein Kraftwerk mit siebenstelliger Einsparung, ein Laborgebäude mit halbierter Grundlast — und eine global vernetzte Analytics-Landschaft.
Nach dem Retrofit mussten sämtliche Regelungen des Steinkohleblocks neu eingestellt werden. Mit sekundengenauen Daten fand das Team fünf Fehler im Anfahrprozess — und machte den Block regelenergiefähig. Der Block wurde im Juli 2021 stillgelegt.
2013 wurde der Block für 47 Millionen Euro modernisiert — im Kern die Turbine, wodurch sämtliche Masseströme neu abgestimmt und die Speisewasserregelung komplett ersetzt werden mussten. Die Neueinstellung aller Regelungen dauerte mit TeBIS einige Wochen. Ohne wären es Monate gewesen.
Der Block wurde zehn- bis fünfzehnmal im Jahr an- und abgefahren. Weil jeder erfasste Datensatz im Sekundentakt abrufbar war, ließ sich jeder dieser Vorgänge im Nachhinein rekonstruieren und vergleichen. Dabei kamen fünf relevante Fehler zum Vorschein — darunter ein Problem in der Temperaturhaltung des Schwerölsystems, durch Crackprodukte verstopfte Brenner und ein Programmfehler in der Automatik der Vorwärmung.
Damit sanken die Kosten für An- und Abfahren in Summe um mehr als zwei Drittel. Wichtiger noch: Ein Block, der planbar in dreieinhalb Stunden am Netz war, eignet sich für den Regelenergiemarkt — das eigentliche Geschäftsmodell.
Ich brauche die genau richtigen Daten in hoher Qualität zu jeder Zeit.
Heinz Nordloh · damals Verfahrenstechnische Optimierung, swb ErzeugungIn der Energie- und Medienversorgung wurden Druckluft, Kälteerzeugung und ein Laborgebäude untersucht. Alle drei Fälle folgen demselben Muster: Erst als die Kennzahl auf dem Bildschirm stand, wurde sichtbar, wo Energie verloren ging.
Für die Drucklufterzeugung wurde eine Kennzahl aus elektrischer Leistung je Normkubikmeter gebildet und den Mitarbeitern online zur Verfügung gestellt. Sie konnten damit unmittelbar auf Mengenänderungen im System reagieren. Wichtig war dabei, dass die Kennzahl als Unterstützung verstanden wurde und nicht als Kontrolle. Die Auswertung ergab eine Stromeinsparung von rund 20 Prozent bei sechs Kompressoren.
Bei einer neu errichteten Kälteanlage mit magnetgelagerten Hochleistungsverdichtern wurde die garantierte Kältekennzahl überprüft — das Verhältnis von Kälteleistung zu elektrischer Leistung. Die zugesagten Werte wurden zunächst nicht erreicht. Die Analyse zeigte, dass die Parameter der Einzelkomponenten nicht optimal aufeinander abgestimmt waren. Nach der Anpassung lag die Jahresarbeitszahl über den garantierten Werten, was zu rund 25 Prozent weniger Stromverbrauch führte.
Die Grundlast lag durchgehend bei rund 290 kW — auch dann, wenn niemand im Gebäude arbeitete. Ausgewertet wurden Tages- und Wochengänge und diese der tatsächlichen Nutzung gegenübergestellt. Den größten Anteil hatten Lüftung und Klimatisierung.
Über das Jahr summierte sich das auf 1.279.080 kWh — rund 394.000 kWh aus der abgesenkten Grundlast und etwa 885.000 kWh aus dem reduzierten Betrieb.
Eine erste größere Störung hat sich während des Wochenendes ereignet und wurde von TeBIS aufgezeichnet. Diese Störung haben wir schon aufklären und erklären können. Damit sind uns ca. 4 – 6 Manntage an Sucharbeiten in der Anlage erspart geblieben.
Leiter Facility Supply · Merck KGaA, DarmstadtErgebnis der drei Maßnahmen
Die drei Beispiele stammen aus dem VIK-Sonderdruck 4/2009 von Ralf Schmeisser, Merck Darmstadt. Der gemeinsame ROI von drei Monaten wurde von der Steinhaus Informationssysteme GmbH ermittelt; er setzt voraus, dass nach der Installation zunächst ein ausreichender Datenbestand für Optimierungsanalysen dieses Umfangs aufgebaut wird.
Kein anderer Beleg sagt so viel über ein Prozessdatensystem wie seine Laufzeit. Bei der Weissbierbrauerei G. Schneider & Sohn läuft TeBIS seit 1988 — damals noch unter dem Namen CAPO.
Anderthalb Jahre nach der Einführung zog Hans-Peter Drexler eine Bilanz, die bis heute zitiert wird. Drexler war vierzig Jahre bei Schneider, zuletzt als Technischer Geschäftsführer, und gilt in Fachkreisen weltweit als Weißbier-Papst.
TeBIS hat uns in die Lage versetzt, eine Produktqualität zu liefern, wie wir sie vor der Einführung von TeBIS nicht für möglich gehalten hätten.
Hans-Peter Drexler · Braumeister und Getränketechnologe, Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn, 1989Schneider-Weissbiere zählen heute zu den meistausgezeichneten ihrer Art, national wie international — mit regelmäßigen Goldmedaillen beim European Beer Star und den World Beer Awards.
Bemerkenswert ist dabei weniger die einzelne Auszeichnung als die Beständigkeit: Ein System, das seit 1988 ohne Unterbrechung läuft, hat fast vier Jahrzehnte Anlagenumbauten, Personalwechsel und Technologiesprünge überdauert. Der Datenbestand reicht entsprechend weit zurück.
Vom Stadtwerk mit 500 Kanälen bis zur Brauerei mit 40.000 — TeBIS skaliert mit der Anlage, nicht umgekehrt.
| Branche | Anlagen | Kanäle | Typische Abtastrate |
|---|---|---|---|
| Getränkeindustrie | 21 | 500 – 40.000 | 1 – 2 sec |
| Petrochemie und Chemie | 20 | 500 – 10.000 | 1 sec |
| Müllverbrennungsanlagen | 12 | 1.000 – 21.000 | 1 sec |
| Elektrizitätsversorger und Heizkraftwerke | 7 | 500 – 8.000 | 1 sec |
| Abwasser | 2 | 4.000 – 30.000 | 1 – 5 sec |
| Automobil | 2 | 1.300 – 30.000 | 1 – 10 sec |
| Lebensmittel | 2 | 1.000 – 35.000 | 1 sec |
| Pharma | 2 | 10.000 – 15.000 | 1 sec |
| Stadtwerke | 2 | 500 – 3.000 | 1 sec |
Auszug aus der Referenzliste; weltweit sind 82 TeBIS-Systeme im Einsatz. Angeschlossen sind unter anderem SIEMENS S7 und PCS7, ABB 800xA, GE Mark VI, Valmet, Yokogawa FCS, Modbus TCP, MQTT sowie OPC-DA- und OPC-UA-Server und Datenbanken als Quelle. Als Backend-Datenbank des Systems wird Oracle eingesetzt.
In einem persönlichen Gespräch klären wir, welche Datenquellen bei Ihnen zusammenlaufen müssten — und was daraus messbar wird.
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